Der Club

PLATZ 8

 
  • Treffpunkt

  • Club-Raum

  • Küche

120 Jahre Jubiläum, neue Ziele, sanierte Tragluft-Halle

Der Kasseler Tennis-Club Bad Wilhelmshöhe feiert in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen

1896 gegründet, zählt er zu den ältesten Tennis-Vereinen in Deutschland. Amtlich belegt ist, dass einst die kaiserliche Familie während ihres jährlichen Sommeraufenthaltes an der Burgfeldstraße aufschlug. Die „Prinzenplätze“ haben demnach große historische Bedeutung. Inzwischen liegen sie offiziell im Areal des UNESO Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe - wohl einzigartig in Deutschland.

Neben dem regen Vereinsbetrieb standen Turniere in „Cassel-Wilhelmshöhe“ schon 1913 auf dem Programm, später dann 1939, und ab 1952 sogar 20 Jahre internationale Wettbewerbe. 1986 lebten diese zunächst mit dem PEN-Cup, anschließend mit dem Warsteiner Grand Prix und seit 1998 mit den Wilhelmshöhe Open wieder auf. Diese sind das mit 25.000 Dollar Preisgeld höchstdotierte deutsche ITF-Future-Turnier und locken jährlich die „Stars von morgen“ an, in diesem Jahr vom 17. bis 24. Juli. Das Turnier ist ohne Zweifel das Aushängeschild des Clubs.

In diesem Jahr präsentiert der KTCW einen neu formierten Vorstand. Auf Dr. Fritz Westhelle (65), der den Verein acht Jahre als erster Vorsitzender mit viel Engagement führte und damit einer der dienstlängsten Präsidenten war, folgt Dr. Michael Eisfeld (41). „Ich habe mein Amt sehr gerne und mit viel Freude ausgefüllt, aber jetzt dürfen mal Jüngere ran“, sagte Dr. Westhelle, der weiter im Beirat bleibt. Nachfolger Michael „Mike“ Eisfeld, hat in seiner aktiven Zeit erfolgreich für Blau-Weiß Kassel und den TC 31 gespielt, aber auch viel Zeit beim KTCW verbracht. Auch der neue zweite Vorsitzende Tim Köller (51), der auf Stefan Sotzek folgt, hat eine lange Verbindung zum Club. Dritter „Neuer“ ist als Technischer Sportwart Andreas Heyer (53), der das Amt von Bernd Wagner übernimmt. Das Trio hat sich gemeinsam mit den Vorstandskollegen Dr. Wolfgang Schäfer (Finanzen), Henning Vetter (Sportwart) und Dirk Grotthaus (Jugendwart) viel vorgenommen. „Wir möchten wieder mehr Leben auf die Anlage und in den Club bringen“, betonte Dr. Michael Eisfeld in seiner Antrittsrede, „vor allem möchten wir Familien ansprechen und Eltern, deren Kinder hier spielen, und neue dazu gewinnen.“

ANLAGE

 
  • 6 Sand-Plätze

  • Center-Court

  • Tragluft-Halle

Wie gut das funktionieren kann, hat sich ansatzweise schon bei den Nachwuchsteams gezeigt, bei denen sich vor allem Tina Gerke, Claudia Haghani und Sabine Eisfeld stark um die Mannschaften gekümmert haben. Das beliebte „Er und Sie“-Turnier für Jedermann wurde zu einer ersten Anlaufstation für neue Tennis-Interessierte. Auch der Leistungssport soll wieder mehr in den Fokus rücken. „Da müssen wir Konzepte entwickeln und auch mal über den Vereins-Tellerrand hinausschauen“, sagte der neue Vorsitzende.

Dritter großer Schwerpunkt ist die Sanierung der alten Traglufthalle auf Platz 3, die ab Oktober auf Platz 3 genutzt werden kann. Die Halle wird dann energietechnisch auf neuestem Stand sein, was eine erhebliche Kostenersparnis für den Verein bringen wird. Zuletzt hatte man viel in die sanitären Anlagen und Umkleiden im Clubhaus investiert, zahlreiche Mitglieder hatten sich mit Spenden an den Kosten beteiligt.

Neues Club-Leben, sanierte Halle, neue Ziele - die Leitlinien für das 120. KTCW-Jahr stehen - getreu dem Motto: Tradition verpflichtet.

Tieferer Blick in die Club-Entwicklung

1921 wird der Spielbetrieb wieder aufgenommen, bevor der Zweite Weltkrieg erneut in die Geschichte des Clubs eingreift. 

Der Tennisclub Wilhelmshöhe muss sich einem der bereits „zugelassenen Vereinen“ anschließen. So bilden die „Wilhelmshöher“ zuerst mit dem VFL Hessen Kassel und später nach dessen Zusammenschluss mit weiteren Vereinen zum größeren KSV Hessen Kassel dessen Tennisabteilung. 

Schon ab 1945 wird dann wieder gespielt, ab 1947 nimmt die erste Mannschaft wieder an Meisterschaftsspielen teil. 

1949 wird das neue Vereinsheim geschaffen, die Plätze werden überholt. 1952 zieht wieder Leben auf der Anlage ein, nationale und internationale Spitzenspieler geben sich die Ehre bei den Wilhelmshöher Turnieren. Die Anlage an der Burgfeldstraße lockt die Stars.

 

Bis 1972 finden die Turniere statt, danach wird hier „Ganzjahrestennis“ ermöglicht. Platz 3 erhält einen Gussasphaltbelag, die Tennistraglufthalle ermöglicht es, auch im Winter zu spielen. 1973 kehrt der Club zur vollen Selbstständigkeit zurück und führt fortan den Namen Kasseler Tennisclub Wilhelmshöhe. Die Trennung vom Großverein KSV Hessen wird durchgeführt, um die Grundlage für den geplanten Clubhausneubau zu schaffen, der anstelle des einfachen eingeschossigen Clubheims entsteht. 1974 kommen zwei weitere Plätze hinzu, 1977 umfasst die gesamte Anlage sieben Plätze. 1986 lebt die Turnier-Tradition wieder auf mit dem Penn-Cup, 1987 folgt der Warsteiner Grand Prix. Seit 1998 sind die Wilhelmshöhe Open - 2002 als „Bestes Internationales Turnier“ ausgezeichnet, das Tennis-Highlight der Region und werden später unter dem Motto „Heute schon die Stars von morgen sehen“ zum höchstdotierten deutschen ITF-Future-Turnier. 1991 wird die Traglufthalle erneuert und - hier schließt sich der Kreis - im 120. Club-Jahr - 2016 erneut schmuck renoviert.

Texte: Michael Küppers/punkt.waldert.küppers.
Fotos: Thomas Hübner